Endlich Raus aus fossilen brennstoffen

In vielen Fällen ist die Wärmepumpe die optimale Lösung zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen. Es können bestehende Verrohrungen weiterhin genutzt, jedoch mit kostenfreier Umweltwärme betrieben werden. Wärmepumpen gewinnen Wärme aus Luft, Wasser oder der Erde. Sie gelten als wartungsarm, haben eine lange Lebensdauer und erzeugen keine direkten Emissionen. So lassen sich bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ca. 4.500 kg CO2 pro Jahr vermeiden. (Es wären 371 Bäume nötig, um diese Menge CO2 zu kompensieren.)

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wärme aus der Luft. Luft ist überall und kostenfrei vorhanden. Sie enthält immer Wärme. Der untere Temperaturgrenzwert liegt physikalisch bei -273,15 Grad Celsius. Jede Temperatur, die darüber liegt, enthält noch thermische Energie, die nutzbar ist. Ein wirtschaftlicher Betrieb lässt sich bis ca. -20 Grad Celsius erreichen. Die Aufstellung der Wärmepumpe ist sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gebäudes möglich. 

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Wärme aus dem Erdreich. Im Erdreich schlummert eine enorme Energiemenge. Es hat verhältnismäßig hohe und konstante Temperaturen auch während des gesamten Winters. Es gibt zwei gängige Methoden, um die Wärme für die Wärmepumpe bereitzustellen: Erdkollektoren oder Erdsonden. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrem Platzbedarf voneinander. Im Vergleich zu Luft-Wasser-Wärmepumpen erzielen Sole-Wasser-Wärmepumpen meistens höhere Wirkungsgrade. Dafür ist der Planungsaufwand höher.

Grundwasser-Wärmepumpe

Wärme aus dem Grundwasser. Auch das Grundwasser liefert das ganze Jahr über konstante Temperaturen von über 10 Grad Celsius. Um die thermische Energie nutzen zu können, ist eine Brunnenanlage bestehend aus Saug- und Schluckbrunnen notwendig. Ein entscheidender Aspekt bei der Planung einer solchen Wärmepumpe ist der Wasserschutz. Gerne stehen wir dir dabei mit unserem Know-How zur Seite.

Vor- und Nachteile von Wärmepumpen

Vorteile:

  • Flexible Nutzung der vorhandenen Verrohrungen
  • Emissionsfreies Heizen
  • Effizienz: aus einer kWh Strom, werden 3,5 - 4 kWh Wärmeenergie erzeugt.
  • Betriebskostenersparnis um rund 1/4 gegenüber Gas- oder Biomasseheizungen.
  • Unabhängigkeit von steigenden Rohstoffpreisen.
  • Langlebigkeit: Wärmepumpen können mehr als 20 Jahre lang effizient heizen.
  • Wartungsarm: müssen dabei kaum gewartet werden.
  • Sehr zuverlässig
  • Geschlossener Versorgungskreislauf in Kombination mit Photovoltaik möglich.

Nachteile:

  • höhere Anschaffungskosten für dauerhafte Betriebskostenersparnis.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe ist abhängig von Außentemperatur.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe braucht kostspielige Tiefenbohrung oder Flächenkollektoren.
  • Grundwasser-Wärmepumpe benötigt kostspielige Brunnenanlage.
  • ohne PV-Anlage abhängig von Stromkosten
  • Etwaige Bewilligungen müssen bei allen Varianten geprüft werden.


Kurzum sind Wärmpepumpen eine sehr sinnvolle Methode zur Wärmegewinnung. Verglichen mit allen anderen Heizsystemen überzeugt die Wärmepumpe mit vielen umweltrelevanten Argumenten: Es kommen ausschliesslich erneuerbare Energieträger zum Einsatz, der CO2-Ausstoss ist minimal und es fallen keine Feinstaub-Emissionen an. Dank modernster Technologie bieten Wärmepumpen maximale Energieeffizienz zu moderaten Anschaffungs- und erfreulich tiefen Betriebskosten. Wärmepumpen bieten deshalb auch hohen Investitionsschutz und maximale Zukunftssicherheit.

Welche Lösung die richtige für dich und deinen Weg in eine nachhaltige Zukunft ist, schauen wir uns gerne bei einem Beratungsgespräch vor Ort an.

Häuftig gestellte Fragen zu wärmepumpen-Lösungen

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen funktionieren ähnlich wie Kühlschränke, nur umgekehrt. Beim Kühlschrank wird dem Innenraum Wärmeenergie entzogen und nach außen geleitet. Bei der Wärmepumpe wird der Umgebung außerhalb des Gebäudes Wärmeenergie entzogen und diese für die Heizung im Innenraum genutzt. Es können die oben angeführten Energiequellen genutzt werden. 

Die Wärmepumpe selbst arbeitet kontinuierlich vier Schritte ab um Heizwärme zu erzeugen: Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen und Entspannen eines Kältemittels. Damit das flüssige Kältemittel, die thermische Energie aus der Umwelt aufnehmen kann, muss es durch Verdichtung auf ein gewisses Temperaturniveau gebracht werden. Dazu wird Strom benötigt. Prinzipiell kann man sagen, je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizungssystem ist, desto mehr Strom wird benötigt.

Der Einsatz des natürlichen und ‘grünen’ Kältemittels Propan (R290) macht dieses klimaschonende Heizsystem noch umweltfreundlicher. 

Nutzbare Wärmequellen:

Der Erdboden hat das ganze Jahr eine gleichmäßige Temperatur. Daher werden ca. 1,5 Meter unter der Erde Flächenkollektoren verlegt – oder Erdwärmesonden 30 bis 100 Meter tief senkrecht in den Boden gebracht. Letzteres benötigt weniger Fläche, muss aber genehmigt werden.
Das Grundwasser hat ebenso eine konstante Temperatur und ist damit als Wärmequelle geeignet. 
Die Luft ist als Wärmequelle überall in ausreichender Menge vorhanden. Allerdings ist während der Heizperiode, wenn die Luft am kältesten ist, der Wärmebedarf am größten.

Welche Art der Heizungssanierung in deinem Fall die beste Lösung ist, kann kollektiv nicht gesagt werden. Gerne schauen wir uns deine individuellen Gegebenheiten an und begleiten dich auf dem Weg zu deiner persönlichen Energiewende.

Ist das Kältemittel einer Wärmepumpe giftig?

Nicht mehr! Diese Frage war bis vor einigen Jahren aber durchaus noch berechtigt. Damals wurden sogenannte synthetische Kältemittel (sogenannte F-Gase) verwendet. Diese sind jedoch längst als umweltschädlich anerkannt und verboten worden. Ein Problem stellten diese Kältemittel bei der Entsorgung dar, weniger im Sinne einer Gefahr im Haushalt.

Mittlerweile wird als Kältemittel Propangas R290 verwendet. Es ist deutlich umweltschonender, steht den alten Kältemitteln in nichts nach und ist darüber hinaus auf der ganzen Welt günstig verfügbar.

Es lassen sich aber auch Kältemittel unter F-Gase Verodnung sehr gut recyceln und wiederverwenden. 

Wie hoch sind die Förderungen für Wärmepumpen?

Aktuell gibt es sehr lukrative Fördermöglichkeiten mit bis zu 75% der Gesamtinvestition.

Gerne beraten wir dich dazu kostenlos.

Wie klimafreundlich ist eine Wärmepumpe?

Wie klimafreundlich eine Wärmepumpe ist, hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Um die Energie aus Luft, Wasser oder Erdreich in Wärme umzuwandeln braucht die Wärmepumpe Strom. Wird dieser mittels einer eigenen PV-Anlage aus Sonnenenergie gewonnen oder anderweitig als "grüner" Strom bezogen, ist eine Wärmepumpe also emissionsfrei und somit sehr klimafreundlich. Wird der benötigte Strom aus Kohle oder Atomkraft gewonnen, sinkt die Umweltfreundlichkeit mit dem Strombedarf.

Allerdings sind wir in Tirol in der glücklichen Lage, unseren Strom hauptsächlich aus Wasserkraft gewinnen zu und somit "grünen" Strom beziehen zu können.

Für wen lohnt sich eine Wärmepumpe?

In Neubauten sind elektrische Wärmepumpen heute die am häufigsten installierte Heizung. Aber auch in bestehenden Gebäuden können sie sparsam und klimafreundlich laufen. Damit die Heizung dem Klima und deinem Konto auch einen Vorteil bringt, sollte gewisse Voraussetzungen geschaffen werden.

  • Guter Wärmeschutz: je besser dein Haus gedämmt ist, desto weniger ungenutzte Wärme geht verloren. (Dies betrifft allerdings jegliche Art von Heizzystem)
  • Große Heizflächen: am besten eignen sich Fußbodenheizungen oder Wandheizungen, so reichen geringere Temperaturen um das Haus zu heizen.
  • Bei ausreichender Dämmung, Einsatz von neuen Fenstern o.ä. können aber auch bestehende Heizkörper verwendet werden.

Ob sich in deinem individuellen Fall ein Umstieg auf eine Wärmepumpen-Lösung lohnt, schauen wir uns gerne persönlich vor Ort an.

Mythen und Falschinformationen

#1 Mythos: Wärmepumpen sind viel zu teuer
Das kommt darauf an. Tatsächlich ist die Installation einer Wärmepumpe zunächst meist höher als die einer Gas- oder Infrarotheizung. Allerdings hängen die Kosten auch stark von der Art der Wärmepumpe ab. Zudem werden Wärmepumpen in Österreich momentan massiv gefördert, was dieses Argument zum aktuellen Zeitpunkt egalisiert. Eine aktuelle Studie des WWF kommt zu dem Ergebnis, dass sich eine Luftwärmepumpe je nach Höhe der Förderung und Energiepreise nach 3 bis 12 Jahren amortisiert. Hat man zusätzlich eine PV-Anlage, die den Strom für die Wärmepumpe liefert, amortisiert sie sich bereits nach 1 bis 9 Jahren. Eine Studie des Öko-Instituts und Fraunhofer-Instituts zeigt, dass sich mit einer Wärmepumpe (selbst bei niedrigen Gaspreisen) zwischen 15 und 35 Euro pro Monat im Vergleich zu einer Gasheizung sparen lassen.

#2 Mythos: Wärmepumpen brauchen viel Strom
Je nachdem. Der Betrieb der Wärmepumpe braucht umso mehr Strom, je höher der Wärmebedarf ist, je kälter es draußen ist, je schlechter das Gebäude gedämmt ist und je ineffizienter die Wärmepumpe arbeitet. Wieviel Strom die jeweilige Lösung im Jahr verbraucht, kann jedoch vorab errechnet und die Sinnhaftigkeit dieser Lösung abgewogen werden. Dieses Argument fällt z.B. mit einer PV-Lösung. Wer seinen Strom aus Sonnenergie selbst gewinnt und diesen für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen kann, besitzt einen geschlossenen Versorgungskreislauf und muss sich darüber keine Gedanken machen. 

#3 Mythos: Wärmepumpen sind im Winter ineffizient
Durchschnittlich gesehen nicht. Trotz teilweise kalter Temperaturen arbeiten die meisten Wärmepumpen über das ganze Jahr gerechnet effizient. Die meisten neuen Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen mit einer Kilowattstunde elektrischer Energie im Jahresdurchschnitt drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Für extrem kalte Tage ist bei Wärmepumpen meist auch ein Elektroheizstab verbaut, der nachheizt, wenn die Wärme im Haus sonst nicht mehr erreicht werden kann. Insgesamt ist der Stromverbrauch gerade bei Luft-Wasser-Wärmepumpen bei niedrigen Temperaturen allerdings höher.

#4 Mythos: Wärmepumpen funktionieren nur im Neubau mit Fußbodenheizung
Kommt auf den Einzelfall an. Es stimmt, dass diese Art der Heizung in gut gedämmten Neubauten mit Fußboden- oder Wandheizungen am effizientesten funktioniert. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Wärmepumpe nicht auch bei vielen "herkömmlichen" Heizkörpern funktionieren kann. Zum Beispiel bei sanierten Gebäuden oder jenen bei denen die Heizkörper von vornherein überdimensioniert wurden. 

Wärmepumpen sind Niedertemperatur-Heizungen, die effizient niedrige Vorlauftemperaturen von bis zu 50 Grad für die Heizung der Räume liefern. Damit sich ein Raum durch die niedrigen Temperaturen erwärmen kann, muss die Wärme über eine größere Fläche abgegeben werden. Ob eine Wärmepumpe eine Öl- oder Gasheizung in einem Gebäude ersetzen kann oder ob zuerst eine Sanierung notwendig ist, muss individuell beurteilt werden. In vielen Fällen kann eine Wärmepumpe eine Öl- oder Gasheizung aber tatsächlich eins zu eins ersetzen.

#5 Mythos: Wärmepumpen sind umweltschädlicher als Gasheizungen
Das stimmt nicht. Entscheidend für den CO2-Ausstoß von Wärmepumpen ist, woher der Strom für den Betrieb kommt: Kommt dieser aus erneuerbaren Quellen, beispielsweise aus Wasserkraft oder der eigenen Photovoltaikanlage, arbeitet die Wärmepumpe CO2-neutral. Problematischer ist es, wenn der Stromverbrauch wie im Winter höher ist und der Strom beispielsweise aus Kohlekraftwerken aus dem Ausland bezogen wird. Laut einer Studie haben Wärmepumpen auch bei einer geringen Jahresarbeitszahl CO2-Vorteile gegenüber Gasheizungen.

#6 Mythos: Wärmepumpen sind sehr laut
Das ist eher subjektiv. Außengeräte von Luftwärmepumpen sind mit durchschnittlich rund 30 bis 60 Dezibel nicht viel lauter als herkömmliche Kühlgeräte. Ein Fernseher bei Zimmerlautstärke bringt es zum Beispiel ungefähr auf 50 Dezibel. Die Laustärke hängt auch davon ab, ob sie beispielsweise unter einem Vordach oder zwischen zwei Wänden steht oder mit welcher Leistung die Wärmepumpe arbeitet. Bei Erdwärmepumpen spielt die Lautstärke generell eine untergeordnete Rolle.

Sollte man sich selbst oder der Nachbar trotzdem dadurch gestört fühlen, kann die Wärmepumpe auch mit einer Schallschutzhaube eingehaust werden.